Kunst-Studium in Berlin: Tipps zur Wohnungssuche

Dem Umzug nach Berlin sollte eine Zusage von der Uni und ein genauer Plan über das geplante Studium vorausgehen, denn nur wenn das Ziel einigermaßen abgesteckt ist, erübrigen sich spätere Zweifel. Berlin ist so weitläufig, dass ein fehlender Plan schnell in eine Sackgasse führt.

Eine Frage des Viertels – Hier liegt Musik in der Luft

Der allererste Einstieg in die Stadt Berlin geschieht für angehende Studenten am besten über eine WG. Es ist zwar immer schwer die richtigen Mitbewohner zu finden, aber für die ersten Wochen ist es so einfach leichter die Stadt und ihre Leute kennenzulernen und Ausschau nach der eigenen Wohnung zu halten. Denn wenn ich mich nun als Berliner Student fühle, der Berliner Luft atmet, dann sollte ich mir auch Berliner Wohnungen mieten! Eine Wohnung in Berlin für sich zu finden sollte mit vielen Spaziergängen durch das ausgewählte Wohnviertel beginnen. Es stehen schrecklich hässliche Wohnhäuser in den tollsten und interessantesten Bezirken und umgekehrt die schönsten Häuser in den hässlichsten Bezirken. Seit Jahren kristallisieren sich hier Kreuzberg und Schöneberg als besonders beliebte Viertel für Kunstinteressierte und Querdenker heraus, ohne dabei verwahrlost oder allzu alternativ zu wirken. Vielmehr ist es die Kreativität die hier einlädt und das Kunst studieren sogar noch beflügeln kann.

Armer Stadtteil – Szene-Stadtteil – reicher Stadtteil

In den meisten westlichen Großstädten haben sich im Zuge der Stadtentwicklung auch die ganz armen Viertel zu Szene-Treffpunkten gemausert. Das liegt daran, dass der Wandel eines armen zu einem reichen Stadtteils meist ganz besonders interessant für Künstler ist. Mit den ersten Investitionen in einen bestimmten Straßenzug geht meist die ganz harte Kriminalität und Verwahrlosung. Das ist der Moment in dem Künstler und junge Wilde die einstigen Kanten und Ecken des Viertels aufgreifen und in sicherer Umgebung quasi den hier noch authentischen Street-Style ausschlachten, weiterdenken und  verkaufen. New Yorker Stadtteile wie Brooklyn oder Queens sind dafür gute Beispiele. Das Geld hat die Kriminalität und Minderheiten weitgehend verdrängt und wo einst Drogendeals und Prostitution ihr zu Hause fanden, eröffnen nun Banken ihre neuen Filialen. Neukölln befindet sich gerade am Anfang dieses Prozesses der Gentrifizierung – im Norden dieses Problembezirkes entstehen immer mehr Ateliers und eine vielfältige Gastronomie. Ein Kunststudent in Berlin geht also mit dem Trend, wenn nicht vor ihm, wenn er sich für eine Wohnung in Neukölln entscheidet.

Bild: panthermedia.net Toni Anett Kuchinke

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